TEUTEBERG: Wir brauchen einen gesamtdeutschen antitotalitären Konsens
Anlässlich des 65. Jahrestags des Mauerbaus erklärt die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Linda Teuteberg:
„Der 65. Jahrestag des Mauerbaus ist auch Anlass, derjenigen zu gedenken, die in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR für Freiheit, Recht und Demokratie eingetreten sind. Der SED-Staat war eine Diktatur - von Anfang an. Die Unterdrückung war nicht Betriebsunfall, sondern Existenzbedingung der SED-Diktatur. Es waren aufrechte Demokraten wie der junge liberale Politiker Arno Esch, die ihren Einsatz für Freiheit, Recht und Demokratie mit ihrem Leben bezahlt haben. Arno Esch wurde am 24. Juli 1951 in Moskau hingerichtet, weil er sich mit dem Unrecht der SED-Diktatur nicht abfinden wollte.
Bis heute sind zahlreiche Straßen und Plätze nach Repräsentanten der SED benannt, während die Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur im öffentlichen Raum immer noch unterrepräsentiert ist. Statt öffentlicher Orte, die nach SED-Machthabern wie Wilhelm Pieck benannt sind, brauchen wir mehr Sichtbarkeit mutiger, unerschrockener Demokraten wie Arno Esch, Herbert Belter, Johanna Kuhfuß u.a. im öffentlichen Raum der Bundesrepublik Deutschland. Wir ermutigen die Kommunen, diese erinnerungspolitische Verantwortung wahrzunehmen.
Freiheit braucht Erinnerungskultur und eine gemeinsame Zukunft braucht ein gemeinsames Gedächtnis. Wir sollten uns von der Geschichtsschreibung der SED-Diktatur emanzipieren, statt ihre Legenden zu konservieren. In Zeiten, in denen totalitäre und kollektivistische Ideen wieder Konjunktur haben, wollen wir deutlich machen, dass ein antitotalitärer Konsens zu den Grundlagen einer gefestigten freiheitlich-demokratischen Ordnung gehört. Wir brauchen ein gesamtdeutsches antitotalitäres Ethos.“